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14.02.2007 | CDU-Abgeordnete
schreibt an Innenminister Rech
Kurtz-Kritik:
Gäubahn „weit überdurchschnittlich“ von
Streichungen betroffen
Für eine Abmilderung der Streichungen
im Zugverkehr auf der Gäubahn hat sich die CDU-Landtagsabgeordnete
Sabine Kurtz in einem Schreiben an Innenminister Heribert Rech
eingesetzt.
Auf der Strecke Stuttgart-Singen sollen zum 10. Juni 2007 rund
150.000 Zugkilometer gestrichen werden. „Damit ist die
Gäubahn weit überdurchschnittlich von den Streichungen
betroffen“, kritisiert Sabine Kurtz, die sich auf die
Zusage der Regierung verlassen hatte, dass während des
Pendler- und Schülerverkehrs Streichungen vermieden werden
sollten. „Knapp 1.000 Kinder und Jugendliche aus Bondorf
und Gäufelden sind auf den ÖPNV angewiesen, um in
die Schulen nach Herrenberg zu fahren“, so die stellvertretende
Vorsitzende des Schulausschusses im Landtag.
Für Sabine Kurtz unerwartet sollen auf der Gäubahn
in beiden Richtungen an Wochentagen mehr als zehn Verbindungen
wegfallen. Aus dem Halbstundentakt wird weitgehend ein Stundentakt.
Es sei davon auszugehen, so die Leonberger CDU-Landtagsabgeordnete,
dass diese Veränderungen zu verlängerten Wartezeiten
und damit zu einer Verringerung der Attraktivität des ÖPNV
führten. Zudem sei zu befürchten, dass die Züge
auf den verbleibenden Verbindungen überfüllt seien.
Eine weitere Gefahr sieht Sabine Kurtz darin, dass zahlreiche
Pendler auf die bereits überlasteten Straßen und
Autobahnen ausweichen könnten.
Sabine Kurtz weist darauf hin, dass das Land im Bundesrat gegen
die Kürzung der Regionalisierungsmittel gestimmt habe.
Immerhin sei es gelungen, die ursprünglich vom Bund vorgesehenen
Kürzungen um rund 500 Millionen abzumildern. Danach entfallen
auf das Land für die Jahre 2006 bis 2009 statt der ursprünglich
vorgesehenen Kürzungssumme von 340 Millionen Euro nur
noch 290 Millionen Euro, die in den Jahren 2007 bis 2009 umgesetzt
werden müssen. Da zusätzlich Mehrausgaben für
gestiegene Energie-, Trassen- und Stationspreise gegenüber
der DB Regio AG auszugleichen seien, sei mit einer jährlichen
Einsparsumme von 80 Millionen Euro zu rechnen. „Einen
Großteil davon konnten wir durch Haushaltsumschichtungen
auffangen“, berichtet Sabine Kurtz aus den jüngsten
Haushaltsberatungen. Übrig geblieben sei ein Volumen von
13 Millionen Euro, was einer Kürzung des DB-Angebots von
2,1 Zugkilometern entspräche. „Die CDU-Landtagsfraktion
hat Wert darauf gelegt, dass keine Streckenstilllegung vorgenommen
wird und gleichermaßen im ländlichen wie im Ballungsraum
gekürzt wird“, erläutert Sabine Kurtz die Grundsätze
der Verhandlungen mit der DB.
Klar ist für die im März 2006 neu in den Landtag
gewählte Parlamentarierin, dass das Land Kürzungen
durch den Bund nicht ausgleichen kann: „Dann müssten
wir uns von unserem Ziel der Nettoneuverschuldung im Jahr 2011
verabschieden“. In diesem Zusammenhang verteidigt sie
auch die Absicht ihrer Fraktion, sämtliche zusätzlichen
Steuereinnahmen für den Schuldenabbau zu nutzen. Dieses
Ziel hat für die jugendpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion
u. a. aus Gründen der Generationengerechtigkeit Priorität.
Allerdings – und darauf weist sie auch in ihrem Brief
an Innenminister Rech hin – sieht sie nicht ein, dass
die Gäubahn mit einem Anteil von 8,8 Prozent überproportional
von den Streichungen betroffen ist.
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