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Clemens Binninger, für Sie im Deutschen Bundestag in Berlin

Sabine Kurtz, Leonberg, ist die CDU-Kandidatin fÞr die Landtagswahl 2006 im Wahlkreis 6 (Leonberg - Herrenberg)

GÞnther Oettinger, zur persànlichen Seite des Ministerprâsidenten von Baden-WÞrttemberg


15.02.2007 | CDU-Abgeordnete sprach beim ökum. Friedensgebet

Kurtz plädiert für interreligiösen Dialog und „Europäisierung des Islam“

Für einen verstärkten interreligiösen Dialog zwischen Christen und Muslimen hat sich kürzlich beim ökumenischen Friedensgebet in Malmsheim die Leonberger CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Kurtz ausgesprochen. Sie machte jedoch unmissverständlich klar, dass sie hinsichtlich des gewachsenen europäischen Wertekanons jegliche Form von Beliebigkeit ablehne.


Die CDU-Politikerin sagte, Religion habe auch die Aufgabe, Werte zu vermitteln. „Wir brauchen Werte, Normen, Bestimmungen, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Die an die nächste Generation weitergegeben werden können. Unser staatliches System funktioniert nur auf der Grundlage von Werten, die anerkannter Maßen vom Staat selbst nicht hervorgebracht werden. Die Gesellschaft muss sie hervorbringen, pflegen, tradieren. Wir sollten deshalb alle Menschen begrüßen, alle Religionen akzeptieren, die unseren gewachsenen Wertekanon, unsere kulturelle Identität stützen und ein Gerüst bieten für unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft“, betonte Sabine Kurtz.

Die Leonberger CDU-Landtagsabgeordnete wies darauf hin, dass in Baden-Württemberg mittlerweile auch 600.000 Muslime lebten. Nur die Hälfte von ihnen seien Türken. Der Anteil der Deutschen unter den Muslimen liege bereits bei einem Drittel und nehme weiter zu: Durch Einbürgerung und Geburt. Für das Jahr 2015 sei mit einem muslimischen Bevölkerungsanteil von sieben Prozent in Baden-Württemberg zu rechnen.

„ Wir müssen diese Menschen einbinden, wir müssen uns auf sie zu bewegen, und sie wiederum müssen sich uns angleichen“, forderte Sabine Kurtz. Ein erster Ansatz sei der Islamunterricht in Grundschulen. Im Lande gebe es derzeit zwölf Modellprojekte für Islamunterricht in deutscher Sprache. Kurtz unterstrich in diesem Zusammenhang: „Wir wollen wissen, was da gelehrt wird.“ Dies müsse deshalb unter staatlicher Aufsicht geschehen. Ziel sei es, den Islamunterricht aus dem zuweilen vorhandenen „Hinterhofmilieu“ herauszuholen. „Wir brauchen, um mit Bassam Tibi zu sprechen, eine Europäisierung des Islam“. Dabei gehe es nicht nur um die Gleichheit von Mann und Frau – eine Vorgabe unseres Grundgesetzes und damit Kristallisationspunkt für viele andere Werte. „Vielmehr geht es grundsätzlich darum, dass wir unsere gewachsenen und bewährten Wertvorstellungen nicht preisgeben dürfen.“ Nach Ansicht der CDU-Abgeordneten zählen dazu die Freiheit des Individuums („die bedingungslose Unterordnung des Einzelnen in ein Kollektiv können wir nicht akzeptieren“), das Recht auf Kritik auch an Autoritäten, Verantwortung statt Gehorsamspflicht sowie ein konsequentes Eintreten für unsere Rechtsnormen („Rache und Steinigungen sind für uns indiskutabel“). Kurtz sieht des weiteren keinen Gegensatz zwischen Vernunft und Religion und bemängelte in Malmsheim, dass der heute vorherrschende Islam keinen kritischen Realismus erlaube. Ihr Fazit: „Es gibt noch viel zu tun für einen interreligiösen Dialog. Von einer Ökumene zwischen Christentum und dem Islam sind wir noch weit entfernt!“ Dennoch ist für die CDU-Politikerin klar: „Wir müssen unbedingt in diese Richtung gehen.“ Erste Ansätze hierzu seien durchaus vorhanden.

Mit Blick auf die geschichtliche Entwicklung des Christentums erklärte Sabine Kurtz: „Im Namen des Christentums ist in der Vergangenheit Furchtbares, ja Unmenschliches geschehen.“ Heute jedoch hätten wir ein aufgeklärtes und ökumenisch orientiertes Christentum. „Ich habe die Hoffnung auf eine ähnliche Entwicklung im Islam.“ Dies werde auch ein Beitrag zum Frieden in der Welt sein. Abschließend rief Sabine Kurtz die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ökumenischen Friedensgebetes - darunter auch zahlreiche muslimische Gläubige - dazu auf, „diese Tür aufzustoßen und dieses Tor offen zu halten.“


Sabine Kurtz bei ihrer Ansprache in der Malmsheimer Kirche.

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