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26.05.2007 |
Bundestag beschließt Einführung biometrischer Pässe
Binninger: Missbrauch wird
de facto ausgeschlossen
Mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD hat der Deutsche Bundestag
am Donnerstagabend die Einführung biometrischer Reisepässe
beschlossen. Damit erfüllt Deutschland als eines der ersten
Länder die Vorgaben der Europäischen Union aus dem
Jahr 2004.
Ab November 2007 werden die sog. „e-Pässe“ in
Deutschland ausgegeben. Dann werden neben dem Foto auch die
Fingerabdrücke des Inhabers auf einem Chip im Pass gespeichert
sein. Alte Reisepässe können aber noch bis zum Ablauf
ihrer Gültigkeit weiterverwendet werden.
Redner für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion in der Debatte
war Clemens Binninger, der auch die Koalitionsverhandlungen
zum Passgesetz für die Union geführt hatte. Binninger
betonte den mit den neuen Pässen verbundenen „erheblichen
Sicherheitsgewinn“: „Missbrauch wird de facto ausgeschlossen
sein. Wir werden bei der Kontrolle eine verbesserte Qualität
haben.“ Der Reise- und Personenverkehr werde dadurch
erleichtert und sicherer, da die biometrischen Pässe in
der gesamten EU eingeführt werden, so Binninger weiter.
Neu ist auch, dass die Polizei im Eilfall bei Ermittlungsverfahren
online auf das bei der Passbehörde gespeicherte Foto eines
Verdächtigen zugreifen darf.
Kritik übte Binninger an der Position, die Fingerabdrücke
bei den Meldebehörden nicht zu speichern, sondern nachdem
sie in den Pass aufgenommen wurden, zu vernichten. „Aus
guten Gründen ist es bereits heute so, dass alle Daten
die im Pass vorhanden sind, als Doppel bei den Passbehörden
abgelegt sind. Das dient nicht nur der Nachvollziehbarkeit
des Verwaltungshandelns, sondern auch dem Passbesitzer, sollte
z. Bsp. der Pass beschädigt werden“, sagte Binninger.
In anderen Staaten der EU sieht man das offensichtlich
genauso, denn bereits jetzt haben sich zwölf EU-Staaten entschieden,
bei der Einführung der biometrischen Pässe die Fingerabdrücke
bei staatlichen Stellen zu speichern.
Darunter die Niederlande,
Frankreich und Österreich. Für eine Speicherung
der Fingerabdrücke haben sich laut einer Umfrage auch
ca zwei Drittel der deutschen Bevölkerung ausgesprochen.
Binninger zeigte sich zuversichtlich, dass man über
diesen Punkt, spätestens nach den ersten praktischen
Erfahrungen, nochmals sprechen werde.
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