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GÞnther Oettinger, zur persànlichen Seite des Ministerprâsidenten von Baden-WÞrttemberg


10.08.2007 | CDU-Arbeitskreis: Sommer-Vor-Ort-Aktion bei Ensinger in Nufringen

Bekenntnis zur dualen Ausbildung: Die ganze Welt beneidet uns darum

Der Arbeitskreis „Schule, Jugend und Sport“ der CDU-Landtagsfraktion besuchte im Rahmen seiner Sommer-Vor-Ort-Aktion die Ensinger GmbH in Nufringen im Wahlkreis von Sabine Kurtz. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Fragen zu Bildung und Ausbildung und zur Schnittstelle zwischen Schule und Betrieb. Wilfried Ensinger, Firmengründer und Präsident der IHK-Bezirkskammer Böblingen, zeigte sich vom Dualen Ausbildungssystem überzeugt: „Die ganze Welt beneidet uns darum. Es muss unser Anliegen sein, die duale Ausbildung zu erhalten und zu stärken.“

Die Firma Ensinger produziert und verarbeitet Konstruktions- und Hochtemperaturkunststoffe für eine Vielzahl verschiedener Branchen und Anwendungen und beschäftigt weltweit rund 1.800 Mitarbeiter an 42 Standorten. Zentrale und Europa-Lager sind in Nufringen angesiedelt. Der Umsatz des Familienunternehmens beträgt rund 300 Millionen Euro pro Jahr.

Miriam Fiedler, Personalreferentin der Ensinger GmbH, erläuterte die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten im Unternehmen. Um die sozialen Fähigkeiten der Auszubildenden weiterzuentwickeln, würden sie stark in Projekt- und Teamarbeit eingebunden. Um ein besseres Kennenlernen von Schulen und Unternehmen zu ermöglichen, engagiert sich die Ensinger GmbH in mehreren Schulen der näheren Umgebung, übernimmt Patenschaften und betreut Arbeitsgruppen bei gemeinsamen Projekte. „Viele Schülerinnen und Schüler lernen auf diese Weise schon frühzeitig unsere Branche kennen und bekommen Interesse an einem Ausbildungsplatz bei uns“.

Die Berufsbildungsreferentin der IHK Böblingen, Beate Zweigle, bedauerte die fehlende Ausbildungsreife zahlreicher Schulabgänger. Häufig mangele es nicht nur an sozialen Kompetenzen, sondern auch an elementaren sprachlichen und rechnerischen Fertigkeiten. Gerade kleine Betriebe würden durch schlechte Erfahrungen schnell davon abgehalten, weiterhin Lehrstellen anzubieten. Dies sei ein Grund für den Lehrstellenmangel, der im Kreis Böblingen allerdings nicht so gravierend wie andernorts sei.

Dass sich die IHK durch fehlende Ausbildungsplätze herausgefordert fühlt, machte Christine Kölling, Sozialpädagogin bei der IHK Böblingen, deutlich. Sie stellte ein vorläufig auf zwei Jahre befristetes Projekt vor, bei dem sie gezielt ausgesuchte Jugendliche der Hauptschule bei ihrer Suche nach einer Ausbildungsstelle betreue und berate. In Gesprächen arbeitet sie mit den Schülerinnen und Schüler deren Wünsche und Vorstellungen bei der Berufswahl, aber auch ihre realistischen Möglichkeiten heraus. Aufgrund des u. a. mit Hilfe von Tests gewonnenen Kompetenzprofil geht die Sozialpädagogin gezielt auf Unternehmen des Landkreises Böblingen zu, um ihren Schützlingen eine von diesen Betrieben angebotene und auch geeignete Ausbildung vermitteln.

Der Vorsitzende des Arbeitskreises „Schule, Jugend und Sport“ der CDU-Landtagsfraktion, Volker Schebesta, erläuterte die vielfältigen Bemühungen, die Hauptschule zu stärken. Im Zusammenhang mit der Ausbildungsreife der Schulabgänger wies er z.B. darauf hin, dass die Stärkung der Basiskompetenzen in Deutsch und Mathematik in Hauptschulen ein elementarer Bestandteil der Koalitionsvereinbarung zwischen CDU und FDP sei und derzeit umgesetzt werde. Die Steigerung der Erziehungskompetenz von Eltern habe seine Fraktion im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung des Landeserziehungsgelds berücksichtigt und plane, Bildungsgutscheine für junge Eltern zu vergeben.

Angeschnitten wurde in der Diskussion auch die Frage, ob die Einführung von zweijährigen Ausbildungsgängen für einfache Berufe – als Ergänzung zu den bisher üblichen Ausbildungsgängen mit einer Dauer von dreieinhalb Jahren – sinnvoll sein könnte. Wie Wilfried Ensinger betonte, sei die IHK diesen Bestrebungen gegenüber aufgeschlossen.



Wilfried Ensinger sowie die CDU-Landtagsabgeordneten Volker Schebesta, Ursula Lazarus, Sabine Kurtz und Paul Nemeth (von links).

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