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16.08.2007 | Sabine Kurtz besuchte Sozialpädagogische Tagesgruppe in Weil der Stadt

Erziehung zu selbstbewussten Persönlichkeiten

Der Verein für Jugendhilfe im Landkreis Böblingen e.V. und der Soziale Dienst des Kreisjugendamtes leisten auf vielen Gebieten wirkungsvolle Arbeit. Davon konnte sich jetzt die Leonberger CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Kurtz, zugleich jugendpolitische Sprecherin ihrer Fraktion, am Beispiel der Sozialpädagogischen Tagesgruppe Weil der Stadt einen persönlichen Eindruck verschaffen.

Die Gruppe in Weil der Stadt ist wie alle sozialpädagogischen Tagesgruppen eine teilstationäre Einrichtung. Dort werden zehn Kinder im Alter zwischen sechs und 14 Jahren betreut. Die Kinder kommen augenblicklich aus sechs Nationen und haben unterschiedliche Religionszugehörigkeiten. Wie die Leiterin Nadine Baur der Abgeordneten erläuterte, haben die in der Tagesgruppe Betreuten nicht nur Probleme in Familie und Schule, sondern es fällt ihnen oft auch die Bewältigung des Alltagslebens schwer. Nicht selten leiden die Kinder unter Familienproblemen und -sorgen wie Scheidung, Arbeitslosigkeit oder einem Todesfall.

Die Verantwortlichen legen besonderen Wert auf einen geordneten Tagesablauf, der nach den Worten von Nadine Baur den Kindern Sicherheit und Orientierung bieten soll. Er beginnt in den freundlichen und bedarfsgerecht gestalteten Räumen der Einrichtung am Schießrainweg in Weil der Stadt unmittelbar nach Schulschluss. Die Betreuten kommen meist zu Fuß vom nahegelegenen Schulzentrum oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Tagesgruppe. Nach einer Phase des Freispiels und der Entspannung folgt regelmäßig um 13 Uhr das gemeinsame Mittagessen. Die Mahlzeiten werden in der Küche der Einrichtung täglich frisch von einer Hauswirtschafterin zubereitet. "Das gemeinsame Mittagessen hat Großfamiliencharakter. Die meisten kennen so etwas gar nicht", sagt Nadine Baur.

Nach dem Mittagessen schließt sich die Lern- und Hausaufgabenzeit an. Dann herrscht weitgehend Ruhe in den Räumen, um ein konzentriertes Lernen und Arbeiten zu ermöglichen. Vor Abschluss der Betreuung in der Tagesgruppe, die täglich etwa um 17 Uhr endet, gibt es Gruppenangebote, man geht Schwimmen, Kegeln oder im Winter Schlittschuhlaufen. Spiel und Entspannung, aber auch handwerklich-kreative Angebote gehören zur vielschichtigen Palette der Sozialpädagogischen Tagesgruppe Weil der Stadt. Entsprechend sind auch die Räume zugeschnitten: Neben einem Spielezimmer gibt es einen Fantasieraum, in dem sich die Kinder selbst verwirklichen können, oder auch die Möglichkeit Tischfußball zu spielen. Eine gemeinsame Abschlussrunde beschließt die tägliche Betreuung. Anschließend machen sich die Kinder eigenständig auf den Heimweg. "Es entspricht unserer Zielsetzung und unserem pädagogischen Auftrag, die Kinder zu eigenverantwortlichen und selbständigen Menschen zu erziehen", verdeutlicht Nadine Baur.

Das sorgfältig abgestimmte Konzept der Tagesgruppe wäre jedoch unvollständig ohne die Einbeziehung von Eltern, Schule, Kreisjugendamt sowie weiteren Institutionen. Regelmäßige finden Eltern- und Familiengespräche zu Hause oder in der Tagesgruppe statt sowie der Austausch mit den Lehrerinnen und Lehrern und weiteren Institutionen. "Wir bemühen uns darum, den Familien Entlastung und beratende Unterstützung zu geben. Die jeweils individuellen Lebensumstände werden in unsere Arbeit integriert", betonen Nadine Baur und Erzieher Mathias Vogel. Im Mittelpunkt aller Bemühungen steht jedoch stets das Kind.

Die CDU-Landsabgeordnete Sabine Kurtz zeigte sich zum Abschluss ihres Informationsbesuches, bei dem neben Nadine Baur und Mathias Vogel auch Sebastian Kruggel, Fachvorstand Jugendhilfe des Vereins für Jugendhilfe im Landkreis Böblingen sowie Harald Poksans, Koordinator des Nordwestlichen Landkreises im Verein für Jugendhilfe, als Gesprächspartner zur Verfügung standen, sehr beeindruckt vom Betreuungsangebot, der intensiven Familienarbeit und der engen Kooperation auf den verschiedenen Ebenen dieser seit 1999 in Weil der Stadt bestehenden teilstationären Einrichtung. Sie stimmte mit Sebastian Kruggel darin überein, dass einer solchen Präventionsarbeit große Bedeutung zukomme, um spätere stationäre Aufenthalte zu vermeiden. Insofern sei die Sozialpädagogischen Tagesgruppe Weil der Stadt in ihrem Bemühen zu unterstützen, die individuellen Fähigkeiten und Stärken der betreuten Kinder neu zu entdecken, zur Entfaltung zu bringen und problematische Verhaltensweisen nicht nur zu erkennen, sondern möglichst auch grundlegend zu ändern.


Nach dem Gespräch mit Nadine Baur und Mathias Vogel ergab sich die Gelegenheit zum Tischkicken mit den Kindern der sozialpädagogischen Tagesgruppe Weil der Stadt. Bildmitte Sabine Kurtz, MdL.

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