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Clemens Binninger, für Sie im Deutschen Bundestag in Berlin

Sabine Kurtz, Leonberg, ist die CDU-Kandidatin fÞr die Landtagswahl 2006 im Wahlkreis 6 (Leonberg - Herrenberg)

GÞnther Oettinger, zur persànlichen Seite des Ministerprâsidenten von Baden-WÞrttemberg


27.08.2007 | Sabine Kurtz informierte sich bei der Polizei in Leonberg über Jugendkriminalität:

Präventionsarbeit fortsetzen – Polizeinachwuchs ausbilden


Über die Jugendkriminalität in Leonberg und die Präventionsmaßnahmen der Polizei hat sich die CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Kurtz in einem Gespräch mit dem Leiter des Polizeireviers Leonberg, Polizeirat Markus Geistler, dem stellvertretenden Leiter der Kriminalaußenstelle, Kriminalhauptkommissar Peter Lechner sowie mit den zuständigen Sachbearbeitern Kriminalkommissar Reiner Herzog, Polizeikommissar Steffen Schmidt und Polizeihauptkommissar Thilo Marien eingehend informiert.

Auslöser für den Besuch der Abgeordneten war ein Anstieg der Jugendkriminalität in Leonberg um rund 10 Prozent: Die Zahl der Jungtäter ist von 345 im Jahr 2005 auf 380 im Jahr 2006 gestiegen. Markus Geistler unterstrich, dass die Kinder, Jugendliche und Heranwachsende im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Wohnbevölkerung überproportional in der polizeilichen Kriminalstatistik vertreten seien. Auch lägen die Zahlen in Leonberg leicht über dem Durchschnitt in Baden-Württemberg.

Froh zeigte sich die jugendpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion darüber, dass die Alkoholproblematik in Leonberg nicht in den extremen Erscheinungsformen auftrete. Das so genannte Flatratetrinken oder Komasaufen unter Jugendlichen findet hier nicht verstärkt statt. Auch die Drogenproblematik scheint in der Großen Kreisstadt nicht stärker ausgeprägt zu sein als anderswo: „Wir kennen keine zentralen Orte, an denen gehandelt wird. Das spielt sich eher in privaten Zirkeln ab“, erläutert Geistler. Die Verfolgung sei dadurch jedoch erschwert, betont er.

Nach den Worten von Peter Lechner ist nach wie vor der Ladendiebstahl das „klassische“ Delikt bei den Kindern. Aber: „Nicht jeder Junge, der in der Pubertät mal etwas klaut, hat eine kriminelle Karriere vor sich. Oft bleibt es bei dem einmaligen Ausprobieren.“ In dem Gespräch wurde jedoch deutlich, dass die Hemmschwelle der Gewaltanwendung immer mehr sinkt. Auffällig: Kinder, Jugendliche und Heranwachsende werden vor allem in der Gruppe gewalttätig. Lechner: „In der Regel nehmen Kinder und Jugendliche Nichtigkeiten als Anlass zum Streit. Ein zunächst mit Worten geführter Streit weitet sich häufig zu einer Schlägerei aus.“ Die Polizeibeamten machten keinen Hehl daraus, dass sich nach ihren Feststellungen manche Eltern immer mehr aus der Verantwortung verabschieden würden.

Sabine Kurtz stellte fest, dass sie in verschiedensten Gesprächen immer wieder darauf hingewiesen werde, dass die Erziehungsleistung in den Familien nachlasse. Dieses Phänomen beschäftige die Politik sehr. Ihre Befürchtung: „Die Gesellschaft kann nicht alles reparieren; wir brauchen funktionierende Familien – Das ist die beste Prävention.“

Die Präventionsarbeit der Polizei gestaltet sich in Leonberg sehr intensiv und vielfältig. Sie beginnt bereits im Kindergarten und spannt den Bogen vom Besuch erster Grundschulklassen im Polizeirevier über gezieltes Verhaltenstraining an allen Schularten bis hin zu Elternveranstaltungen über Gewaltprävention, Internetkriminalität, Drogen- und Alkoholmissbrauch sowie Schutz vor Missbrauch. Auch Elternbriefe und Jugendschutzstreifen gehören zum „Repertoire“ Das summierte sich im Jahr 2006 in Leonberg auf insgesamt 120 Veranstaltungen und unzählige Streifen.

Beeindruckt war Sabine Kurtz über die aufwändige Betreuung, die schon straffällig gewordenen Jungendlichen zukommt. Dabei arbeiten Polizei, Jugendamt, Jugendgerichtshilfe, Ausländeramt, Bewährungshilfe und Staatsanwaltschaft z.B. bei monatlichen „runden Tischen“ mit den Eltern und Jugendlichen Hand in Hand.

Polizeirat Geistler machte die Politikerin mit großem Nachdruck darauf aufmerksam, wie personalintensiv diese Arbeit sei. Nicht nur im Revier Leonberg stoße man längst an die Grenzen der Belastbarkeit. „Unsere Arbeit wird ständig auf zusätzliche Bereiche ausgeweitet - und das mit immer weniger und immer älterem Personal.“ Zusätzlich belastend sei es, dass ausscheidendes Personal im Nichtvollzugsdienst nicht ersetzt werde: „Wir sind mit Schreibarbeiten und Reifenwechsel beschäftigt.“ Langfristig werde es sich sehr problematisch auswirken, dass das Land Baden-Württemberg die Ausbildungszahlen zurückgefahren habe: „Schon in wenigen Jahren werden wir einen gravierenden Nachwuchsmangel haben.“ Sabine Kurtz versprach, sich dieses Problems anzunehmen.



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