13.10.2007
| Wolfgang Heubachs Leserbrief an 7 Tageszeitungen zumThema
"Schnapsspitzel"
Die Absicht von Bundes-Familienministerin von der Leyen,
Kinder als so genannte "Schnaps-Spitzel" einzusetzen,
ist nicht nur eine Schnapsidee, sondern völlig verantwortungs-
und gewissenlos sowie juristisch in höchstem Maße
fragwürdig.
Wir wollen eine freie, aktive Bürgergesellschaft
und nicht schon Kinder zu Spitzeln, Schnüfflern und
Denunzianten erziehen. Dies ist ein eklatanter Verstoß gegen
unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung. Haben uns
nicht die zwei Diktaturen auf deutschem Boden gelehrt, wohin
ein Spitzel- und Denunziantenstaat führt? Jetzt fehlt
eigentlich nur noch, daß jemand auf die Idee kommt,
Kindersoldaten nach Afghanistan oder in den Sudan zu schicken.
Niemand kann und will die Problematik von Alkoholexzessen,
Pornografie und anderen Dingen unter Kindern und Jugendlichen
leugnen. Ganz im Gegenteil! Das sind große Gefahren
für unsere Gesellschaft. Einer Gesellschaft, in der
Hemmungslosigkeit und Gewaltverherrlichung immer stärker
um sich greifen. Man braucht nur das Fernsehen einzuschalten.
Anstatt politische Flickschusterei zu betreiben, sind Vorbeugungs-
und Aufklärungsprogramme gefragt. Diese kosten natürlich
Geld. Und das will der Staat nicht ausgeben. Er spart vielmehr
die Polizei, die Sozialarbeit und anderes mehr geradezu kaputt.
Stattdessen sollen fragwürdige Scheinlösungen `a
la von der Leyen die Probleme lösen. Doch die sind von
vornherein zum Scheitern verurteilt und lösen kein einziges
Problem. Vorbeugen ist immer noch besser als heilen und letzten
Endes auch billiger.
Gerade im "Kinderland" Baden-Württemberg sollten
uns unsere Kinder - und die Familien! - mehr wert sein, als
sie zu "Schnaps-Spitzeln" auszubilden. Denn das
Geld ist vorhanden! Man muß nur den Mut haben, es richtig
einzusetzen.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß sich meine Enkelkinder
für die "von-der-Leyen-Truppe" zur Verfügung
stellen werden.
Wolfgang Heubach
CDU-Mitglied
Gärtringen-Rohrau
|