20.12.2007 |
Oettinger und Gönner einig:
Benachteiligung deutscher Automobil-Hersteller
nicht akzeptabel
„Die Vorschläge der EU-Kommission zur Limitierung der
CO2-Emmissionen bei PKW sind unausgewogen und berücksichtigen
nicht das Prinzip der Wettbewerbsneutralität. Deutsche und
insbesondere baden-württembergische Automobilhersteller werden
im Vergleich zu anderen europäischen Herstellern massiv benachteiligt“,
sagten Ministerpräsident Günther H. Oettinger und Umweltministerin
Tanja Gönner in Stuttgart. „Es kann nicht angehen, dass
mit nicht zu erreichenden Grenzwertforderungen für Premiumfahrzeuge
gerade die Fahrzeugtypen aus dem Markt gedrängt werden, die
als Technologieplattform für innovativste Antriebstechniken
Türöffner für eine zukünftig klimaschonendere
Mobilität sind“, bekräftigten Oettinger und Gönner.
Ministerpräsident Oettinger wird die EU-Kommission in einem
Schreiben an Kommissionspräsident Barroso auffordern, die
Pläne zur Reduzierung der CO2-Emissionen von neuen Kraftfahrzeugen
nochmals zu überdenken und auch Hersteller von kleineren und
mittleren PKW stärker in die Verantwortung zu nehmen.
Umweltministerin Gönner: „Dem globalen Klimawandel
entgegenzutreten und die CO2-Emissionen zum nachhaltigen Schutz
unseres Klimas weltweit zu reduzieren, sind zentrale Aufgaben,
die keinen Aufschub dulden. Deshalb halte ich es für entscheidend,
dass alle Fahrzeughersteller und Fahrzeugklassen ihren Beitrag
zur CO2-Minderung leisten. Wir wollen ambitionierte Ziele im Bereich
des Klimaschutzes, die jedoch auch von den deutschen und baden-württembergischen
Automobilherstellern erreichbar und umsetzbar sein müssen.
Alle Fahrzeugsegmente, vom Kleinwagen bis hin zur Großlimousine,
müssen entsprechend ihren Möglichkeiten einen Beitrag
zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs und damit der CO2-Emissionen
leisten. Eine einseitige Verteilung zu Lasten bestimmter Hersteller
ist für den Klimaschutz nicht zielführend.“
Ministerin Gönner kritisierte, dass Hersteller von kleineren
und mittleren PKW letztlich nur einen vergleichsweise geringen
Beitrag zur CO2-Reduzierung leisten müssten. Das bedeute eine
einseitige Lastenverteilung und eine nicht gerechtfertigte Wettbewerbsverzerrung
zwischen den jeweiligen Automobilherstellern. Folge sei auch, dass
die bei Kleinwagen möglichen weiteren Fortschritte zur CO2-Reduzierung
durch innovative Entwicklungen und technische Leistungen nicht
vollständig realisiert würden. Schließlich bliebe
bei einer nicht ausreichend nach den jeweiligen Fahrzeugklassen
differenzierten Lösung auch völlig unberücksichtigt,
dass der Hauptanteil der CO2-Emissionen bei PKW nicht von der Oberklasse,
sondern gerade von kleinen und mittelgroßen PKW ausgehe.
„Baden-Württemberg ist Automobilland Nr. 1 in Deutschland
und Europa. Insgesamt leben rund 450.000 Menschen in Baden-Württemberg
von der Automobilbranche, das sind etwa zwölf Prozent der
Erwerbstätigen. Unsere Hersteller tragen mit ihren Innovationen
und Exporten maßgeblich zur Stärke der europäischen
Automobilindustrie auf den Weltmärkten bei“, unterstrich
Ministerpräsident Günther H. Oettinger.
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