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25.02.2008 | Oettinger in Schönaich:
Klare Worte wegen zweiter Startbahn
Bald auf "Schusters Rappen" im Schönbuch
"Schönaich erlebt heute einen rabenschwarzen Tag", meinte humorvoll-augenzwinkernd der CDU-Kreisvorsitzende Wolfgang Heubach beim Neujahrsempfang mit Ministerpräsident Günther Oettinger in der Zehntscheuer und spielte damit auf die in großer Zahl erschienene CDU-Prominenz an.
Neben dem Ministerpräsidenten waren dies der Bundestagsabgeordnete Clemens Binninger, zugleich Mitglied im CDU-Landesvorstand Baden-Württemberg, der Landtagsabgeordnete Paul Nemeth, CDU-Regionalchef Dr. Matthias Pröfrock, Erhart Ehlert, der Ehrenvorsitzende des CDU-Kreisverbandes Böblingen, Mitglieder des Regionalparlaments, des Kreistags soowie zahlreicher Kommunalparlamente, CDU-Kreisvorstandsmitglieder und nicht zuletzt das Schönaicher CDU-Urgestein Willi Rebmann selbst.
Neben dieser "geballten" CDU-Prominenz waren auch die Schönaicherinnen und Schönaicher an diesem strahlenden Sonntagnachmittag in Scharen gekommen, um dem Regierungschef zuzuhören. Zahlreiche Zaungäste rund um die Zehntscheuer begrüssten ebenfalls den Gast aus Stuttgart.
Die vorbereiteten Plätze waren schon weit vor Veranstaltungsbeginn besetzt, war doch das Interesse riesengroß, denn einen Ministerpräsidenten erlebt man nicht alle Tage "live und zum Anfassen". Viele Hände musste der Ministerpräsident auf seinem Weg zum Podium schütteln und er genoss sichtlich die ihm entgegengebrachte Aufmerksamkeit.
CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Dr. Norbert Lurz hatte die Ehre, die zahlreichen Repräsentanten und Ehrengäste zu begrüßen. Als einziges Sachthema sprach er die derzeit laufende Unterschriftenaktion des CDU-Gemeindeverbands gegen die zweite Start- und Landebahn in Echterdingen an und appellierte noch an all jene, die bislang noch nicht unterschrieben haben.
Bürgermeister Heizmann bewies eindrucksvoll mit seinem Grußwort, dass er schnell gelernt hat, die Sympathien vor allem der Schönaicherinnen zu erlangen. Seine kurze Rede brachte es auf den Punkt: Die Lebensqualität in Schönaich stimmt und das macht den Ort eigenständig und liebenswert, wären da nicht die Flugzeuge am Himmel.
Auch Landtagsabgeordneter Paul Nemeth, der Schönaich nicht nur wegen seinem Domizil auf dem Rauhen Kapf sehr eng verbunden ist, lobte die vielfältige Lebensqualität und die zahlreichen ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen Aktivitäten in der Gemeinde. Auch beim Thema Flughafen zeigte er Flagge und bezog eindeutig Stellung gegen die geplante Startbahn, indem er erwähnte, bislang noch kein Argument gehört zu haben, das den Ausbau begründet.
Ministerpräsident Oettinger hatte dann aufmerksame Zuhörer vor sich. Seine Rede mit geschliffener Rhetorik, frei und ohne Manuskript gesprochen, führte von der Globalen Herausforderung auch zu den Problemen, Ängsten und Nöten der Menschen im Land. Dabei stellte er die Stärken der Baden-Württemberger deutlich heraus. Dazu gehört die wirtschaftliche Leistungskraft, die er mit einem Appell verknüpfte: "Die Zahl der globalen Mitspieler hat sich erhöht", so Oettinger, "der Ehrgeiz in China oder Indien ist gewachsen, die Menschen wollen mehr vom Kuchen haben." Da gelte es dagegenzuhalten. "Nur sind wir bisweilen zu behäbig und satt."
Mit teilweise sehr humorvollen und bildhaften Bemerkungen konnte der Ministerpräsident auch locker und gelöst seine menschliche Seite den Besuchern aufzeigen und dadurch einen hervorragenden Eindruck hinterlassen.
Auf einen Punkt sei an dieser Stelle ausdrücklich hingewiesen: Der Ministerpräsident versprach Schönaichs Bürgermeister Heizmann, dass vor einer Entscheidung in Sachen Flughafenausbau Gespräche mit den betroffenen Städten und Gemeinden stattfinden werden. "Ihre Interessen sind mir bewusst und wichtig. Ich nehme die Proteste und die Kritik sehr ernst." Er gehe ergebnisoffen in die Diskussion und die zweite Startbahn sei nicht die erste Priorität sondern die letzte Option, unterstrich der Ministerpräsident.
Der CDU-Kreisvorsitzende Wolfgang Heubach dankte dem Ministerpräsidenten in humorvoll-persönlichen Worten für seinen Besuch und übereichte ihm einen schönen Bildband über den Schönbuch, mit der hintergründig-knitzen Bemerkung, dass dieses Büchlein auch einen Ministerpräsidenten zum Wandern und Ausspannen anregen solle. Heubach: "Ich stehe gerne als Wanderführer zur Verfügung. Und mit unserem gemeinsamen Freund Paul Nemeth möchte ich Ihnen zurufen: Lieber Günther, schnür mal ab und zu die Wanderschuh´, und gönne Dir ein paar Tage Schönbuch-Ruh´!" Der Ministerpräsident konterte spontan und nahm die Einladung zu einer gemeinsamen Wanderung mit Ausgangspunkt in Schönaich an.
Ein herzliches Dankeschön geht an das Saxophon-Quartett des Musikvereins Schönaich für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung. Auch den Helferinnen und Helfern dieser wohlgelungenen und eindrucksvollen Veranstaltung, die mit der Nationalhymne ausklang, sei herzlich gedankt.
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