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28.02.2008 |
Stefan Mappus:
Unterlassen Sie unsinnige Vergleiche,
die diesem Land schaden
CDU-Landtagsfraktion verlässt nach
Aussage des SPD-Fraktionschefs geschlossen den Plenarsaal
In der heutigen Plenardebatte zu dem Thema "Tabubruch der SPD
- Keine Zusammenarbeit mit Kommunisten", sagte der neue Vorsitzende
der SPD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg, Claus Schmiedel
MdL, wörtlich an Ministerpräsident Günther H. Oettinger
MdL gewandt:
"Sie sind in ihrem Sprachgebrauch verdammt nahe
an dem der Nationalsozialisten, den die in die politische Auseinandersetzung
eingeführt haben, nämlich Verräter, Bazillen, die
sich in Lebewesen einschmuggeln, die es zu bekämpfen gilt."
Um ihrem Protest gegen diese unerträgliche Aussage Nachdruck
zu verleihen, hat die CDU-Landtagsfraktion daraufhin geschlossen
den Plenarsaal verlassen. Nach Abschluss der Rede von SPD-Fraktionschef
Schmiedel hat CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Mappus MdL für
die CDU-Landtagsfraktion folgende Erklärung abgegeben:
„Erstens: Dass die Sozialdemokratische Partei Deutschlands
die längste und größte demokratische Tradition in
diesem Land hat, dass sie einen aus diesem Bundesland, wie es heute
besteht, stammenden Politiker als ersten großen Präsidenten
in der ersten Demokratie Deutschlands hervorgebracht hat - Friedrich
Ebert -, und dass sie entschieden bis hin zur Inkaufnahme persönlicher
Repressionen gegen das Dritte Reich gekämpft hat – diese
historische Tat ist als elementarer und immer bestehender Bestandteil
der Geschichte Deutschlands völlig unbestritten.
Zweitens: Dies war auch der Grund, diese heutige Debatte
zu beantragen. Gerade aufgrund dieser großen demokratischen
Tradition ist es unerklärlich - ich sage ganz bewusst auch unerträglich
-, wenn eben diese Partei mehr als 70 Jahre später in einer
Demokratie durch die Zusammenarbeit mit Kräften, die diese Republik
nicht wollen, im Prinzip ihre ursprünglich erkämpfte Idee
verrät“.
Drittens: Man kann in Inhalten völlig unterschiedlicher Meinung
sein. Ich habe auch keinerlei Probleme damit, wenn Sie dies auch
drastisch zum Ausdruck bringen. Aber, meine Damen und Herren, den
Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg und den
Vorsitzenden der Partei, die dieses Land seit über 50 Jahren
erfolgreich regiert, in die Nähe des Nationalsozialismus zu
bringen, ist völlig unerträglich. Ich füge übrigens
auch hinzu, dass man bei Reden im Deutschen Bundestag, die nicht
annähernd diesen Grad an Entgleisung erreicht haben, schon die
entsprechenden Konsequenzen ziehen musste. Im Übrigen möchte
ich auch sagen: Sie müssen sich irgendwann entscheiden. Sie
werfen an einem Tag der CDU zu viel Nähe zur DDR und am anderen
Tag exakt die andere Richtung vor. Ich glaube, dass sich hier manche
fragen müssen, welchen Stil sie in dieses Haus bringen möchten.
Viertens: - jetzt kommen wir abschließend genau zu dem Punkt
um den es uns bei der Beantragung der Debatte ging und um den es
in diesem Parlament gehen muss: Ein Parlament, das irgendetwas auf
sich hält, und Parteien, die irgendetwas auf sich halten, dürfen
niemals mit Extremisten, egal ob von rechts oder links, zusammenarbeiten.
Wenn es politischen Parteien auch nur noch im Ansatz um politische
Glaubwürdigkeit gehen muss - ich glaube, dass in diesem Land
mehr denn je Anlass dazu besteht, darüber nachzudenken, wie
man dieses Stadium wieder erreicht -, dann kann ich nur sagen: Auch
wenn ich mit der Kollegin Vogt nicht immer einer Meinung bin, dann
hat sie recht, wenn sie immerhin am Sonntagabend im Gegensatz zu
ihrem Fraktionsvorsitzenden gesagt hat: Wenn man sich vor der Wahl
eindeutig festlegt, darf man hinterher nicht einfach umschwenken.
Deshalb lassen Sie uns zu diesem Stil zurückkehren und unterlassen
Sie vor allem unsinnige Vergleiche, die diesem Land schaden.
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