| 05.12.2008 |
Sabine Kurtz lobt
Volkshochschulen als „Orte der Integration“:
Brückenschlag zwischen den Kulturen
Rund 40 Prozent aller Integrationskurse in Baden-Württemberg
werden an Volkshochschulen durchgeführt. 90 der
insgesamt 174 Volkshochschulen sind als Träger für
diese Kurse nach dem Zuwanderungsgesetz zugelassen. Das
Angebot ist breitgefächert und speziell auf einzelne
Zielgruppen zugeschnitten. Das geht aus einer Antwort
des Kultusministeriums auf eine Anfrage von Sabine Kurtz
hervor.
Die Dozentinnen und Dozenten an den Volkshochschulen
leisten nach Ansicht der Leonberger Abgeordneten einen
wesentlichen Beitrag zur Integration unterschiedlicher
gesellschaftlicher Gruppen: „Hier entstehen Brücken
zwischen den Kulturen.“
Intensivkurse für Neuzuwanderer, Förderkurse
für Altzuwanderer, besondere Kursformen für
Berufstätige mit Migrationshintergrund, speziell
Kurse für Frauen oder Alphabetisierungskurse mit
erheblicher Variationsbreite seien nur einige Angebote
aus der breiten Palette der Volkshochschulen. Mit dem
Abschluss eines Integrationskurses sei die sprachliche
Ausbildung der Migrantinnen und Migranten noch nicht
abgeschlossen. Deshalb würden die Volkshochschulen
weiterführende Kurse insbesondere im allgemein-
oder berufssprachlichen Bereich bis hin zu EDV-Kursen
oder einem gezielten Bewerbungstraining anbieten.
Eine „sehr große Nachfrage“ sei nach
dem Deutsch-Zertifikat zu verzeichnen - der Nachweis
dieser Sprachprüfung ist seit April 2007 für
die Einbürgerung verpflichtend. „Die Zahl
der an Volkshochschulen in Baden-Württemberg abgelegten
Prüfungen zum Zertifikat Deutsch hat sich von 824
Prüfungen im Jahr 2005 über 2.480 im Jahr 2006
bis auf 3.361 Prüfungen im Jahr 2007 gesteigert“,
so die Antwort der Landesregierung an die CDU-Abgeordnete.
Dabei würden die Einbürgerungswilligen nicht
nur von der flächendeckenden Verteilung der Prüfungszentren
an allen Volkshochschulen im Land, sondern auch von einer
kompetenten Beratung und dem breit gefächerten Angebot
an Vorbereitungskursen profitieren.
Flankierend zu den Integrationskursen engagierten sich
die Volkshochschulen auch im Bereich der Gesundheitsbildung
der Migrantinnen und Migranten. Ein entsprechendes Pilotprojekt
werde von der AOK Baden-Württemberg finanziert.
Sabine Kurtz hatte in ihrer Anfrage den Fokus auch auf
die Angebote des zweiten Bildungsweges gerichtet. Die
Volkshochschulen, so die Antwort der Landesregierung,
seien im Bereich des Nachholens von Schulabschlüssen
der größte Anbieter. Für Menschen mit
Migrationshintergrund habe der zweite Bildungsweg eine
besondere Bedeutung und starke integrative Wirkung. Der
Anteil dieser Personengruppe liege in den Abendrealschulen
und Abendgymnasien inzwischen bei durchschnittlich einem
Drittel, in den Vorbereitungskursen zur Hauptschulabschlussprüfung
meist noch weit darüber - mit steigender Tendenz.
Nicht zu unterschätzen, so Sabine Kurtz, sei die
interkulturelle Bildungsarbeit, die an den Volkshochschulen
geleistet werde. Für die Volkshochschulen, die in
diesem Bereich auf eine lange Tradition zurückblicken
könnten, sei der interkulturelle Dialog mittlerweile
zur alltäglichen Normalität geworden. Dem Ziel
der interkulturellen Bildung diene u. a. das neue Lehrgangssystem „Xpert
Culture Communication Skills“, das Projekt „Flächendeckendes
Veranstaltungsnetz für Interkulturellen Dialog“ sowie
das Landesstiftungsprojekt „Neue Brücken bauen… zwischen
Generationen, Kulturen und Institutionen“.
„sWir tun gut daran, das Know-how der Volkshochschulen
zu nutzen und zu stützen, um der Gefahr einer zunehmenden
Kluft zwischen den Generationen und zwischen den Kulturen
entgegen zu wirken“, so die CDU-Abgeordnete auch
im Hinblick darauf, dass den Menschen an den Volkshochschulen
nicht nur die gewünschte Bildung vermittelt, sondern
auch in alltäglichen und gesellschaftlichen Fragen
unter die Arme gegriffen werde.
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