| 30.12.2008 | Quelle: Leonberger Kreiszeitung, Verfasser: Daniel Renkonen
Für Volker Kauder ist Gott der Kompass zum Glück
Was bedeutet Glück für die Menschen?
Als erster prominenter Gast hat sich der CDU-Bundespolitiker Volker Kauder bei der Malmsheimer Krippe Gedanken zum Abendlob gemacht.
Seine Weihnachtsbotschaft lautet: Der Glaube sei ein Weg zum Glück. Eigentlich wollte es sich der Christdemokrat Volker Kauder im Familienkreis daheim in Tuttlingen gemütlich machen. Doch ein befreundeter Dekan hatte ihn schon vor Monaten gedrängt, doch einmal vor der Renninger Krippe in der Malmsheimer Martinuskirche zu sprechen.
"Ich habe den tiefen Sinn erst nicht ganz eingesehen", bekennt der Vorsitzende der größ ten Fraktion im deutschen Bundestag. Doch sein Freund sei beharrlich geblieben und habe nur gemeint: "Du wirst etwas erleben, was du noch nie gesehen hast", berichtet der Unionspolitiker und fühlt sich vollauf bestätigt. So etwas habe er in der Tat noch nicht gesehen.
Das Motto der diesjährigen Krippe "ER ist des Glückes Unterpfand" leitet sich von der Nationalhymne ab. "Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand" - für Volker Kauder ist diese Zeile ein sperriger Begriff.
Es sind drei Forderungen der Menschen des 19. Jahrhunderts, die erst viel später Wirklichkeit wurden. Und doch verknüpft das Krippenmotto die Religion mit der 60-jährigen Geschichte der Bundesrepublik und mit der Wiedervereinigung. Die Krippe gibt Volker Kauder sogar ein Gefühl von Heimat: Wie es der Zufall will, ist auch der Honberg in seiner Heimatstadt Tuttlingen an der Kirchenseite zu sehen. "Er ist eingebettet in die einmalige Berglandschaft der Schwäbischen Alb", erklärt Pfarrer Pitzal. Für Kauder, der zusammen mit seiner Frau in die Martinuskirche gekommen ist, hat das Glück viele Gesichter.
Die deutsche Wiedervereinigung sei für ihn ein "besonderer Glücksfall" in der deutschen Geschichte gewesen. "Wir standen uns nicht mehr hochgerüstet gegenüber", erinnert der Christdemokrat an die Gefahren und Ängste des Kalten Krieges. Kauder verweist darauf, dass viele Menschen im Osten in dieser Zeit auf den "Beistand und die Botschaft" der christlichen Kirchen vertraut hätten.
Nach dem historischen Rückblick setzt sich Kauder mit dem Glauben auseinander. Er räumt ein, wie schwierig es für eine Volkspartei wie die CDU ist, die unterschiedlichen christlichen Meinungen zu vereinen. Als Beispiel nennt er die Stammzellenforschung, ein Thema, bei dem sich evangelische und katholische Christen innerhalb der Partei und in ganz Deutschland nicht einig seien. Für Kauder selbst ist Gott der "Kompass auf dem Weg zum Glück". Er warnt vor "Ideologie statt Religion". Dies sei bislang "immer schiefgegangen".
Passend zur Geburt Jesu Christi an Weihnachten betont er, dass mit jedem Kind "etwas Neues im Leben" beginne. "Lasst euch auf das Neue ein", ruft der CDU-Bundestagsabgeordnete seinen zahlreichen Zuhörern in Malmsheim zu.

Gruppenbild mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder vor der Renninger
Krippe (von links): Bürgermeister Wolfgang Faißt, Pfarrer Franz
Pitzal, Volker Kauder, Clemens Binninger MdB, Johann Koschar, Pfarrer Franz Schmid, Gudrun Eberle, Sabine Kurtz MdL, Pfarrar Matthias Koschar
|