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25.10.2009 |
Mitglieder der Renninger CDU auf Stippvisite in Berlin
Während des Kommunal-Wahlkampfs war es nur eine Idee: „Warum besuchen wir Clemens Binninger nicht in Berlin?“ Martin Dziuba nahm den Gedanken auf, und setzte ihn mit Hilfe von Clemens Binningers Büro in die Tat um.

Am 12. – 15.10. 2009 war es dann soweit: eine Renninger CDU-Abordnung fuhr, zusammen mit vielen anderen Ehrenamtlichen aus dem Wahlkreis, nach Berlin. Mit dabei waren Ingrid und Peter Landsberg, Anni und Peter Weiß, Maurus und Beate Holtermann, Maria und Martin Dziuba und Ursula und Arno Pfleghar. Die beinahe 10-stündige Anreise verlief problemlos, und so wurden wir pünktlich vom Eifelturm vor dem „Hotel du Centre Francais“ begrüßt.

Die Studienfahrt, die sich rein an politischen Gesichtspunkten orientierte, begann am nächstenTag mit einer Sight-Seeing-Tour durch die Bundeshauptstadt.

Das anschließende Mittagessen wurde in der Landesvertretung Baden-Württemberg serviert, wo uns eine kompetente (junge Dame) über die wichtige Arbeit und die Aufgaben der Landesvertretung informierte.

Im Anschluss besuchten wir die Ausstellung „Wege, Irrwege, Umwege – Die Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland“ des Museums im Deutschen Dom am Gendarmenmarkt.
Dieser an sich schon ereignisreiche Tag endete mit dem Besuch der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen im ehemaligen Ost-Berlin, der ehemaligen „Zentralen Unteruchungshaftanstalt der Stasi“. Die Führungen werden ausschließlich von früheren Insassen gemacht, die auch aus eigenen Erlebnissen berichten konnten. Erschreckend, aber war: selbst ein Jahr nach der Wende war das Gelände um das Gefängnis ein weißer Fleck auf der Landkarte. Niemand wusste genau, was in den Gebäuden auf dem eingezäunten Gelände am Rande Ostberlins wirklich vor sich ging. Unvorstellbar auch die psychischen Folterungen, denen die Insassen damals ertragen mussten. Der perfide Trick der Stasi: vor der Einlieferung wurden die Gefangen stundenlang durch Berlin gefahren, um sie Glauben zu machen, sie wären weiter weg als mitten in Berlin. Kein Insasse sah je einen anderen, um durch die volle Abschottung den Willen der Gefangenen zu brechen, selbst die Bewacher wurden lückenlos überwacht, jeglicher Kontakt verboten, Fenster gab es keine, Einzelunterbringung die Regel.

Peter und Ingrid Landsberg, Anni und Peter Weiß, Maria Dziuba, Maurus und Beate Holtermann, Arno Pfleghar, Martin Dziuba und Ursula Pfleghar vor dem Stasi-Gefängnis (v.links).
Am Mittwoch fuhren wir zu einem Informationsgespräch ins Auswärtige Amt, wo man sich primär um die Pflege von Kontakten und um die Entsendung von Diplomaten in aller Herren Länder kümmert, die für jeweils 3 Jahre ihren Dienst in einem anderen Land tun und mitsamt Familie ihre Heimat verlassen müssen. Dort bekamen wir interessante Einblicke in die Arbeit des AA, unter anderem auch, wie es sich mit Entführungsfällen im Ausland und einigen anderen aufregenden Ereignissen, die Deutschen in aller Welt passieren, verhält und was das AA zur zufriedenstellenden Lösung beiträgt.

Der Besuch des „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ war beeindruckend. Die Einführung vermittelte einen Eindruck darüber, welch verschiedene Gedankenspiele und Entwürfe zur Vorgeschichte dieses für uns Deutsche so wichtiges Mahnmal gehören. Die Gedenkstätte, die zum Großteil unterirdisch ist, zeigt mit Hilfe von viel Hightech die Geschichte der Millionen Juden in Europa bis hinunter zu den Familienverbänden und Einzelschicksalen.

Überirdisich sieht man lediglich Stelen in verschiedenen Höhen, so dass das ganze Areal wie ein Wellengang stürmischer Zeiten zwischen 1938 und 1945 wirkt. Ein Gang zwischen den Stelen sorgt für eine drückende Stimmung der Aussichtslosigkeit.

Zum Mittagessen waren wir in den „Lindenbräu“ im Sony-Center eingeladen, ein Gebäude mit einer ultramodernen Architektur, das uns bei der Stadtrundfahrt schon mehrmals aufgefallen war, und wie i.Ü. die ganze Stadt den Charakter einer wirklichen Großstadt ausstrahlt. Alt und Neu erscheinen nicht wirklich als Gegensatz, Kultur und Konsum, betriebsame Geschäftigkeit und Touristen an jeder noch so unbedeutsamen Ecke, das alles gehört so offensichtlich zu Berlin wie der Eifelturm nach Paris.

Am Nachmittag stand ein Besuch im Bendlerblock (Verteidigungsministerium) an, wo sich die „Gedenkstätte Deutscher Widerstand“ (Staufenberg-Gedenkstätte) befindet. Die Geschichte und das Wirken der Geschwister Scholl oder der Widerstandsgruppe um Stauffenberg wird hier auf eindrucksvolle Weise lebendig, aber auch die von anderen, weniger bekannten Widerständlern im Dritten Reich, die ihr Leben lassen mussten. Darunter war auch der Stuttgarter Zentrumspolitiker Eugen Bolz und Pater Rupert Mayer, geb. in Stuttgart.

Den letzten Tag der Reise hieß es, noch früher aufzustehen als sonst, den vor der Abfahrt musste diesmal das Gepäck verstaut werden, denn nach dem Highlight „Besuch des Bundestags“ sollte es wieder nach Hause gehen. Gott sei Dank waren wir eine der ersten Besuchergruppen, die sich zum Sicherheits-Check einfanden, und so mussten wir nicht allzu lange bei nasskalter und stürmischer Witterung im Freien stehen. Das „Filzen“ ließen wir nun schon das 3. Mal in routinierter Weise über uns ergehen, im politischen Berlin gehört es wohl dazu.

Bei der Besichtigung des Plenarsaals hörten wir einen Vortrag über die Aufgaben und die Arbeit des Parlaments. Hier zeigte sich ein kleiner Planungsfehler, der uns in der Euphorie entgangen war: das Risiko, dass keine Sitzung stattfindet, war wegen der Regierungsneubildung nach den Bundestagswahlen höher als sonst. Und so kam es wie es kommen musste: keine Sitzung im Plenum und auch das Treffen mit unserem Bundestagsabgeordneten an seiner Wirkungsstätte fiel ins Wasser.
An seiner Statt erwarteten uns der Mitarbeiter von Clemens Binninger, Daniel Kopp und seine Sekretärin Sabine Karrasch, die freundlich und kompetent zu den unterschiedlichsten Besucherfragen Stellung nahmen.

Dann ging es zum Besucherfoto auf die Dachterrasse des Reichstagsgebäudes, was an diesem eiskalten und windigen Herbsttag wahrlich kein Vergnügen war. Auch die Besichtung der Glaskuppel fiel leider aus, denn ausgerechnet an diesem Tag machte sich ein Reinigungstrupp an die „Kehrwoche“, um wieder einmal die Fenster zu putzen.
Nach dieser „doppelten Enttäuschung“ machten wir uns erst auf zum Mittagessen, und dann auf den Heimweg. Trotz der Wermutstropfen des Abschlusstages, der auf die Dauer doch anstrengenden Informationsaufnahme und des wirklich scheußlichen Wetters:
Berlin ist eine Reise wert! Jeder, der dabei war, würde wieder mitwollen, das sagt alles!
Text: Arno Pfleghar, Martin Dziuba | Fotos: Martin Dziuba, Maurus Holtermann, Arno Pfleghar
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