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07.08.2010 |

Einführung einer Wertstofftonne, Wertstoffhöfe bleiben erhalten

Der Abfallwirtschaftsbetrieb bietet seinen Bürgerinnen und Bürgern ein umfassendes Hol- und Bringsystem zur Wertstofferfassung an. Im Holsystem werden insbesondere Bioabfall und Papier entsorgt.

Helmut Noë, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion in BöblingenIm Rahmen des Bringsystems gibt es 29 Häckselplätze für Grüngut und 384 Containerstandorte zur Abgabe von Glas und Dosen (Metall / Aluminium). Das Kernstück des Bringsystems bilden die insgesamt 31 Wertstoffhöfe. Dort besteht seit 1991 flächendeckend die Möglichkeit, Verpackungsmaterialien und die gesamte Palette anderer Wertstoffe, aber auch Sperrmüll und Elektroschrott (auf 13 Höfen) wohnort- und zeitnah zu entsorgen. So werden jährlich jeweils rd. 12000 t Altpapier / Kartonagen und Sperrmüll, 8000 t Altholz, 550 t große Kunstoff-gegenstände wie Bobbycars oder Badewannen, 400 t Herde und Waschmaschinen auf die Höfe gebracht. Dieses kombinierte Hol- und Bringsystem hat sich in der Vergangenheit gut bewährt. Dessen ungeachtet ist das  System der Wertstofferfassung von Zeit zu Zeit in ökologischer und wirtschaftlicher Hinsicht wie auch in puncto Kunden-freundlichkeit zu hinterfragen und zu optimieren.

Zur Vorbereitung einer solchen Entscheidung durch den Kreistag hat der Abfallwirtschaftsbetrieb eine repräsentative Befragung der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis zum System der Wertstofferfassung durch-führen lassen.

Als Ergebnis der Umfrage kann festgehalten werden, dass für 94 % der Befragten die Sammlung und Verwertung von Wertstoffen besonders wichtig ist. Eine große Mehrheit sieht in der Abfallentsorgung im Landkreis Böblingen einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Mehr als die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger ist mit der Wertstoffsammlung zufrieden. Die Frage nach einer Verbesserung der Wertstoffsammlung beantwortete eine Mehrheit mit der Forderung nach einem Holsystem an der Haustür. Außerdem wurden längere Öffnungszeiten auf den Wertstoffhöfen verlangt. Zweidrittel der Befragten sind mit dem Service-angebot auf den Wertstoffhöfen zufrieden.

Der Gelbe Sack wird von einer Mehrheit als mögliches Holsystem abgelehnt, der Gelben Tonne wird mehrheitlich der Vorzug gegeben.

Natürlich wäre es für eine Mehrheit am angenehmsten, wenn die Einführung eines Holsystems gebührenfrei wäre.

Die vom Kreistag eingesetzte Projektgruppe hat sich sehr schnell darauf geeinigt, den Gelben Sack nicht einzuführen. Grundsätzlich einig war man sich auch darin, bei der Einführung einer Wertstofftonne eine Gebühr zu verlangen. Diese Gebühr muss einerseits die Zusatzkosten für die Abholung und Sortierung der Wertstoffe decken, darf andererseits nicht zu teuer sein und muss in ihrer Lenkungsfunktion dazu führen, dass noch mehr als bisher Wertstoffe gesammelt und der Wiederverwertung zugeführt werden.

Die CDU-Fraktion hat sich sehr eingehend mit der Thematik beschäftigt. Sie wird vor der Kreistagssitzung im Oktober 2010 eine Entscheidung zu treffen haben.

Ich persönlich bin der Auffassung, dass die Wertstofftonne als freiwilliges nutzerfinanziertes Angebot eingeführt werden sollte.

Die Gebühr für die Abholung und Sortierung muss dabei kostengünstig und attraktiv sein.  Welche Stoffe (wie z.B. Leichtverpackungen aus Kunststoff, Holz, Metall und Elektroschrott) letztendlich in der Wertstofftonne gesammelt werden können muss noch abschließend geregelt werden.

Der Gesetzgeber plant, das Kreislaufwirtschaftsgesetz neu zu fassen. Darin ist voraussichtlich die Einführung einer Wertstofftonne vorgesehen. Auch die EU-Richtlinie-Abfall tendiert in dieselbe Richtung.

Genau wie bei der Einführung der Altpapiertonne, muss im Interesse des Gebührenzahlers auch eine Wertstofftonne vorzeitig eingeführt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass dieser Teilbereich zu Lasten des Gebührenzahlers der Privatisierung zugeführt wird.

Mit der Ausdehnung der Öffnungszeiten auf den Wertstoffhöfen an den Samstagen von 13 auf 15 Uhr wird der Bürgerservice weiter verbessert.

Grundlage und Ziel der Abfallwirtschaft im Kreis Böblingen ist die Vermeidung und Wiederverwertung des Abfalls mit der Verbrennung des Restmülls. Mit der Gewinnung von Energie ist der ökologische Kreislauf wieder hergestellt.

Mit der Einführung einer Wertstofftonne wird der Gedanke der Wieder-verwertung und letztendlich der Vermeidung von Müll noch stärker in den Vordergrund gestellt.

Helmut J. Noë
Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion

 

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