China ist der Zukunftsmarkt
Nemeth begleitet chinesischen Botschafter zu Daimler und Ministerpräsident Mappus
In Vertretung von Staatssekretär Hans Joachim Fuchtel MdB begleitete der Böblinger CDU- Landtagsabgeordneten Paul Nemeth den Botschafter der Volksrepublik China in Deutschland, Wu Hongbo, bei seinem Antrittsbesuch in Baden-Württemberg.
Zunächst stand ein Empfang im Mercedes-Benz-Werk in Sindelfingen auf dem Programm. Der Botschafter und der Abgeordnete wurden von Daimler-Vorstandsmitglied Dr. Wolfgang Bernhard, Werkleiter Prof. Eberhard Haller und Martin Jäger, Leiter External Affairs & Public Policy bei der Daimler AG empfangen. Neben einer Werksbesichtigung standen intensive Gespräche zu den wirtschaftlichen Beziehungen Baden-Württembergs und Chinas im Mittelpunkt.

MdL Paul Nemeth, Martin Jäger und Botschafter Wu Hongbo.
Botschafter Wu Hongbo betonte, dass sein Land großes Interesse an einem intensiven Austausch mit dem Standort Baden-Württemberg und seinen Unternehmen habe. „Baden-Württemberg kommt in den Bereichen Automobilwirtschaft, Maschinenbau und Umwelttechnik weltweite Bedeutung zu“, so der Botschafter. Die Rolle Chinas als Markt und Partner für die baden-württembergische Wirtschaft steige beständig. Gerade im Bereich der Mobilität sei China der weltweit größte Wachstumsmarkt. „In der Volksrepublik China fahren heute ca. 100 Millionen Autos. Jedes Jahr kommen 15 bis 17 Millionen Neufahrzeuge hinzu, davon zwei Millionen von deutschen Herstellern“ bekräftige der Botschafter die Bedeutung seines Landes für die deutsche Automobilindustrie.
Ein weiteres Tätigkeitsfeld baden-württembergischer Unternehmen, an dem die Chinesen besonderes Interesse haben, ist der Wachstumssektor Umwelttechnik. „Es ist erklärtes Ziel unserer Regierung, sowohl im Bereich der Elektromobilität als auch im Bereich der Grünen Technologien zum Weltmarktführer zu werden. Beides muss sich ergänzen“ , sagte Botschafter Wu Hongbo. Bereits heute sei China der weltgrößte Hersteller von Fotovoltaikanlagen und der zweitgrößte Hersteller von Windkraftanlagen nach Deutschland.
Paul Nemeth bestätigte im persönlichen Gespräch die Einschätzung des chinesischen Botschafters: „Nach der industriellen Revolution und der informationstechnischen Revolution stellt die Entwicklung der Umwelttechnologien den nächsten entscheidenden Wendepunkt der Wirtschaftsgeschichte dar. Baden-Württemberg strebt wie auch China an, sich an die Spitze dieser Entwicklung zu setzen“, so der Abgeordnete. Dabei könne Baden-Württemberg von chinesischem Know How profitieren und umgekehrt. So sei China in der Batterietechnik mittlerweile führend während baden-württembergische Unternehmen nach wie vor unangefochtener Technologieführer beim Thema Fahrzeugbau seien.
Nach dem Besuchsprogramm bei der Daimler AG begleitete Nemeth den chinesischen Botschafter zu Gesprächen mit dem Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster und Ministerpräsident Stefan Mappus. OB Schuster betonte in dem Gespräch mit der deutsch-chinesischen Delegation, wie wichtig der Austausch auf kommunaler Ebene im Rahmen von Städtepartnerschaften sei. Besonders erfreut zeigte sich Botschafter Wu Hongbo darüber, dass die Stuttgarter Stadtverwaltung einmal jährlich alle Einwohner chinesischer Herkunft, insbesondere aber die chinesischen Studenten an den Stuttgarter Hochschulen, zu einem Empfang mit gegenseitigem Austausch einlädt.
Beim Abschlussempfang in der Villa Reitzenstein unterstrich Ministerpräsident Stefan Mappus die langjährigen Verbindungen Baden-Württembergs mit den Partnerregionen Jiangsu und Liaoning in China. Bereits 1979 fand eine Reise des damaligen Ministerpräsidenten Lothar Späth in die Provinz Liaoning statt. 1986 gründeten Baden-Württemberg und die Provinz Liaoning eine offizielle Partnerschaft. Zur Förderung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen wurde ebenfalls 1986 das Verbindungsbüro Jiangsu des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg gegründet. 1996 wurde ein Partnerschaftsvertrag mit der Entwicklungs- und Reformkommission Jiangsu unterzeichnet, der u.a. das jährliche Zusammentreffen einer gemischten Arbeitsgruppe beider Seiten vorsieht, auf der wirtschaftliche und kulturelle Austauschmaßnahmen beschlossen werden.