Albrecht Stickel, seit zwölf Jahren im Herrenberger Gemeinderat und aktuell Vorsitzender der CDU Fraktion, stellte seine politischen Schwerpunkte vor. Beruflich bringt er internationale Erfahrung aus Studium und Unternehmensberatung mit, insbesondere in der Begleitung von Handwerksbetrieben bei Nachfolgeregelungen. Als zweifacher Familienvater beschrieb er seine aktuelle Situation augenzwinkernd als Leben „zwischen Landtagswahlkampf und Wickeltisch“.
Kommunalpolitik sei für ihn ein Herzensanliegen. In den vergangenen Monaten habe er alle 14 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Wahlkreis besucht, darunter auch Gespräche im Raum Leonberg. „In den Kommunen wird für die Menschen unmittelbar erlebbar, wie gut oder schlecht der Staat funktioniert – ob das Freibad offen ist oder ein Kitaplatz zur Verfügung steht“, betonte Stickel. Viele Städte und Gemeinden seien finanziell und organisatorisch stark belastet. Sein politischer Schwerpunkt liege daher auf Wirtschaft und Kommunen. Eine starke Wirtschaft sei Voraussetzung für Investitionen in Bildung, Infrastruktur und lebenswerte Städte wie Leonberg.
Mit Blick auf die CDU beschrieb Stickel sein Verständnis von guter konservativer Politik: „Prüfen, was sich bewährt hat und dieses erhalten. Alles andere klug, durchdacht und behutsam weiterentwickeln.“ Nötig seien Reformen hinsichtlich der Effizienz staatlicher Strukturen und Prozesse beispielsweise bei Planungs- und Genehmigungsprozessen. Darüber hinaus ist es Stickel wichtig, den Kommunen wieder mehr Handlungsspielraum zu geben.
Willi Stächele unterstrich die Bedeutung kommunaler Erfahrung für verantwortungsvolle Politik. „Nur wer die Entscheidungen vor Ort kennt, versteht die tatsächlichen Probleme unserer Kommunen“, sagte der frühere Finanzminister. Angesichts steigender Kosten, wachsender Bürokratie und zusätzlicher Aufgaben seien viele Kommunen – auch im Landkreis Böblingen – „auf Kante genäht“. Er benannte zentrale wirtschaftliche Herausforderungen wie hohe Energiepreise, steigende Lohnnebenkosten sowie Defizite bei Infrastruktur und Digitalisierung. Deutschland befinde sich an einem strukturellen Wendepunkt, verfüge aber weiterhin über große Potenziale. „Wir müssen bereit sein, Reformen wirklich anzugehen“, so Stächele.
Zum Abschluss dankte Jessica Kläber, Vorsitzende der Frauen-Union Leonberg, den Referenten und Gästen und betonte die Bedeutung einer sachlichen, zuversichtlichen Politik für starke Kommunen und kommende Generationen.



